Text: Severin Peer und Lea Trogrlic
Etwas mehr als sechs Wochen ist es her, und doch hallen Wahlkampf und Wahlsonntag 2026 noch spürbar nach. Mit etwas Abstand, aber nicht minder mit Stolz, blicken wir zurück auf eine intensive Zeit für die SP Zürich 3.
Den Auftakt bildete ein lauer Sommerabend auf der Fritschiwiese im 2025. Noch bevor der Wahlkampf Fahrt aufnahm, trafen sich Kandidat*innen und Co-Wahlkampfleitung, Lea Trogrlić und Severin Peer, zu einem ersten Austausch. Daraus entstand rasch ein fester Rhythmus: Monatliche Treffen, an denen Kampagnenideen entwickelt, Anlässe geplant und Aktionen vorbereitet wurden. Die eigentliche Arbeit fand primär ausserhalb dieser Sitzungen statt, doch hier wuchs etwas Entscheidendes: ein gemeinsamer Wahlkampfgeist.
Ein erster Höhepunkt war der Auswertungsanlass unserer Wohnumfrage im Oktober. Nach der Präsentation durch unsere Spitzenkandidatin und Gemeinderätin Rahel Habegger richtete sich der Blick nach vorne: Die am 8. März 2026 frisch gewählten Stadträt*innen Tobi Langenegger und Céline Widmer skizzierten Perspektiven im Umgang mit der Wohnungskrise. Ein Abend, der deutlich machte, worum es im Wahlkampf geht. Dieses besondere Gefühl, ein Kribbeln, zwischen Nervosität und Tatendrang, begleitete uns fortan. Doch Wahlkampf verlangt Ausdauer. Beim Wahlkampf-Apéro im Dezember wurde bei geschmolzenem Käse, Glühwein in Gesprächen klar, weshalb eine linke Mehrheit zentral bleibt. Jacqueline Badran brachte dies mit Blick auf die städtische Bodenpolitik eindrücklich auf den Punkt.
Über 510 Karten-Botschaften
Der Postkartenbrunch wurde zum Sinnbild dieser Mobilisierung: Über 510 persönliche Botschaften fanden ihren Weg in die Briefkästen, geschrieben mit Überzeugung, begleitet von Cüpli und Ingwersäftli und orchestriert durch den erfahrenen Wahlkämpfer Simeon Marty. Kaum zwei Wochen später durften wir mit der Film-Matinée im Xenix einen besonders eindrücklichen Anlass erleben. Der vorgestellte Film „Amine – Ein Held auf Bewährung” bewegte viele von uns tief. Wir sind sehr dankbar, dass wir im Anschluss die Gelegenheit hatten, mit Amine ins Gespräch zu kommen. Die feinfühlig moderierte Diskussion durch Hannah Locher und Daria Perez verlieh diesem Samstag eine besondere Tiefe und machte ihn zu einem bleibenden Erlebnis.
Mit dem Näherkommen des Wahlsonntags verdichtete sich das Geschehen. Der letzte Monat stand im Zeichen der Mobilisierung an die Urne. Ob an Standaktionen oder am Telefon: Der direkte Austausch stand im Zentrum. Rund 60 Aktivist*innen der SP Zürich 3 leisteten über 120 Einsätze. Stadtweit wurden insgesamt mehr als 16’000 Gespräche geführt, ein äusserst beeindruckendes Engagement.
Bestes Resultat seit 2006
Dieser Einsatz zahlte sich aus: Mit 36.06% Wähler*innenanteil (+4.93%) erzielte die SP Zürich 3 ihr bestes Resultat seit 2006 und hielt ihre 5 der nur noch 14 Sitze. Ein Erfolg, der Mut macht und gleichzeitig auch verpflichtet.
Doch dieser Wahlsonntag brachte auch einen Abschied. Mit Niyazi Erdem verliert der Gemeinderat eine wichtige Persönlichkeit, die mit ihrer Herzlichkeit weit über das Parlament hinauswirkte. Niyazi wird sicher auch künftig mit seiner Art ganz viel aus seinem Leben machen. In der nächsten Ausgabe des Info:3 beleuchten wir seine Zeit im Gemeinderat.